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Vorwort
Katalog "AQUARELLE 2009" .
Heinz Schweizer . Villach/Österreich
Der
neue Katalog "AQUARELLE 2009" mit 56 Landschafts- und
Städtebildern (Ulm, Krumau, Linz, Wien, Kärnten, Venedig,
Toskana,...) erscheint am 7. November 2009. € 15,- (zuzügl.
€ 3,50 Porto & Verpackung) Vorbestellungen sind ab sofort
möglich per e-mail:
info@heinzschweizer.at

Von Schweizerischem Temperament und stillem Genießen – ein
„Reisebericht“
Ein Aquarell (von lat. aqua „Wasser“) ist ein mit
wasserlöslichen, nicht deckenden Farben angefertigtes Bild.
Soweit
die nüchterne Kurzbeschreibung einer der ältesten Maltechniken
überhaupt.
Auf der
Reise durch Heinz Schweizers Bilderwelten kommt mir allerdings
nicht im Entferntesten das Wort „angefertigt“ in den Sinn. Was
dem Betrachter hier an visualisiertem Temperament, gepaart mit
feinem Gespür für die nötige Balance zwischen intensiver
Farbenwucht und zartverhaltender Transparenz, vor das
erwartungsvolle Auge gelangt, ist schlichtweg erstaunlich.
Völlig
unbestritten gehört das Aquarellieren zu den technisch
anspruchsvollsten Disziplinen in der bildenden Kunst. Ist ein
Pinselstrich einmal gesetzt, kann er nicht einfach wieder
rückgängig gemacht oder übermalt werden, wie es bei anderen
Techniken wie z.B. der Öl- oder Acrylmalerei möglich ist.
Trotzdem gebe ich offen zu, kein vordergründiger Liebhaber des
Aquarells zu sein und es geschieht eher selten, dass mich in
dieser Technik geschaffene Werke wohlwollend ansprechen oder gar
begeistern.
Als ich
jedoch das erste Mal vor Schweizers Originalarbeiten stand, war
es mir gewissermaßen unmöglich, mich der reizvollen Wirkung
seiner Blätter zu entziehen. Man spürt förmlich die dynamische
Direktheit, mit der die Pinselstriche gesetzt, nein, vielmehr
gezogen oder geflogen werden. Jede angelegte Farbfläche scheint
einerseits wohlüberlegt und andererseits in erfrischender
Spontaneität auf Papier gebracht worden zu sein.
Sehe ich mir zum Beispiel Schweizers „Europaplatz,
Villach“ an, ist hier an den schlüssig platzierten
Kontrastbereichen und der stimmigen Perspektive gut zu erkennen,
dass dem Schaffensprozess eine wohldurchdachte Planung der
Bildkomposition zugrunde liegt. Darauf aufbauende farbexpressive
Licht- und Schattenspuren in Kombination mit ins Grafische
hineingehenden Aufbrechungen lassen aus perfektioniertem
Handwerk heraus das freie und lebendige Kunstwerk wachsen.
Spätestens an dieser Stelle sei erwähnt, dass Heinz Schweizer
weder Graphit- noch Farbstifte für Vor- oder Überzeichnungen
verwendet und auch nicht mit Acryl, Tusche oder Gouache die in
seinen Arbeiten oft ungewöhnlich intensive Sättigung der
Farbakzente unterstützt. Das reine Aquarell aus gebundenen und
lasierend aufgelegten Farbpigmenten ist sein Werkzeug.
Ja, es sind typischerweise die malerischen
Landschaften wie der „Blick
vom Ankogel, Kärnten“ und die perspektivisch anspruchsvollen
Stadtansichten wie der „Rialto
I, Venedig“, die Schweizers Repertoire dominieren. Doch
kommt es nicht von ungefähr, dass seine Arbeiten regelmäßig
internationale Präsenz, Beachtung und Anerkennung finden, sei es
in Form von öffentlichen Ankäufen und Auszeichnungen oder
Aufnahme in zahlreiche Ausstellungskonzepte und wichtige
Publikationen.
Im
unverwechselbar kraftvollen, doch auch überraschend
detailverliebten und in der Tat eigenständigen Stil von Heinz
Schweizers Bildwerken lässt man sich nur allzu gerne nach
Venedig entführen oder in die Toskana schicken, mag man unseren
Landeshauptstädten Wien und Linz einen Kurzbesuch abstatten oder
in der im wahrsten Sinn des Wortes malerischen Landschaft
Kärntens versinken.
Kann man es einem im Salzkammergut am
Wolfgangsee geborenen und am kärntnerischen
Dreiländerknotenpunkt angekommenen Zeitgenossen denn verübeln,
wenn er sich in seinem künstlerischen Schaffen den Schönheiten
und Leichtigkeiten, dem maßvollen Weltenbummeln und dem stillen
Genuss widmet?
Nein –
man mag ihm dafür danken, zumindest im Visuellen daran teilhaben
zu dürfen.
Barbara Rapp Zeitgenössische Kunst & Kunstprojekte, Velden
Oktober 2009
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