KLANG.FARBE . Villach | Austria . 2010
 


Ob und wie und wo und warum KLANG zu FARBE werden kann - dieser Herausforderung haben sich sieben österreichische Künstler im freien Zusammenschluss der Kunstplattform verhackART in den vergangenen Monaten gestellt.


klang.farbe | verhackART
V E R N I S S A G E
am 9. September 2010 um 19:00 Uhr
Einführende Worte: Markus Lakounigg
Musikalischer Beitrag: David Samitsch

Lange Nacht der Museen am 2. Oktober | Ausstellung bis 6. Oktober

Galerie Offenes Atelier D.U.Design
Postgasse 6 | 9500 Villach | Österreich
www.offenesatelier.com


geräusch konserviert 1 | Barbara Rapp

Werkabbildung: Barbara Rapp

„geräusch konserviert 1“
Collage | Acryl | Grafik | Folie
Holzfaserplatte | gerahmt | 50x50cm | 2010
inkl. erzeugtem Klang/Geräusch auf mp3-Player


Von der These der Klangfarbenerkennung als unbewusste Gehirnleistung über Wege dorthin mittels farbgestaltender Klangfigürlichkeit bis zur möglicherweise unmöglichen Visualisierung einer Klangsuppe aus der Summe aller Geräusche dieser Welt haben Ernst Hermann (Graz), Maximilian Korenjak (Kärnten), Alfons Neubauer (Wien), Barbara Rapp (Kärnten), Heinz Reicher (Graz), Martin Reisinger (Wien) und Walter Tomaschitz (Kärnten) unterschiedliche Ansätze zur Aufarbeitung dieser Thematik gewählt und künstlerisch umgesetzt.
So zeugt die vielschichtig zu erlebende Ausstellung sowohl über phonetisch-visuelle Interpretationen (Fotografie, Malerei, tondokumentarische Aufgabestellungen an den Betrachter) als auch über streng geometrische Holzskulpturen und Relikte der vorgenommenen Klangerzeugungsverfahren von den individuell angelegten Arbeitsprozessen.

verhackART darf als eine Kunstplattform angesehen werden, die in erster Linie dem Erhalt einer Idee dient und sich nicht personell definiert. Eine dynamisch wechselnde und projektbezogene Formation der Mitwirkenden steht für die Erscheinungsvielfalt der Idee. Sich in unterschiedlichen Stil- und Kunstrichtungen gemeinsam zu einer gewählten Thematik zu äußern und die dabei entstandenen Arbeiten als Projektausstellung zu präsentieren, steht für die Gruppe im Vordergrund. “klang.farbe” ist das verhackART-Projektthema 2010.

 



Konzept zum Beitrag von Barbara Rapp

 

Meine Assoziation zur Thematik klang.farbe bewegt sich in Richtung subjektiver Wahrnehmung (jedes Einzelnen) von Tönen bzw. Schwingungen im Rahmen der jeweiligen persönlichen Konstitution und eines dementsprechend individuell zu diesen Schwingungen produzierten erspür- und ersehbaren Farbspektrums. Gemeinsam mit dem Betrachter möchte ich mich dem auf die Spur begeben.

Zudem beschäftigte ich mich im Rahmen dieses Projektes sowohl technisch als auch visuell mit der Konservierung von Klängen bzw. Geräuschen.

 

Die künstlerische Umsetzung erfolgte interdisziplinär wie folgt:

 

1) Aus unterschiedlichen Situationen und Zuständen heraus sang / schrie / sprach ich meine akustisch wahrnehmbare Reaktion auf ebendiese Zustände, ließ das hörbare Resultat aufnehmen und auf ein gängiges Speichermedium ausgeben.

 

2) Während meines phonetischen Interpretierens des jeweiligen Zustandes wurde von meinem Gesicht bzw. meinem Mund, also der vordergründig sichtbaren Schwingungsquelle, eine Fotoaufnahme gemacht.

 

3) Im Rahmen meiner im bildnerischen Bereich typischen Collagen-Malerei-Mischtechnik wurde die jeweilige Fotografie auf Holzfaserplatte kaschiert und bis auf den abgebildeten Mund über- bzw. ummalt. Die Über-/Ummalung wurde in semitransparenten Grautönen und ohne erkennbare Gegenständlichkeit angelegt. Um den Betrachter nicht völlig auf sich alleine gestellt zu lassen, geben grafisch angedeutete Fragmente mögliche Interpretationsansätze frei.

Visuell wurde der Vorgang der Konservierung von Geräuschen durch abschließend über die Bildfläche gespannte Frischhaltefolienschichten weiter aufgegriffen.

 

4) Akustische Konservierung und darauffolgende Freigabe: Zu jeder der vier Arbeiten aus der Werkserie wird dem Betrachter mit je einem Wiedergabegerät (MP3-Player) mein zu Beginn des Prozesses aufgenommenes Geräusch zum jeweiligen Bild hörbar gemacht. Ziel ist es, dass der Betrachter beim Sehen meines „tongebenden“ Mundes inmitten von „farblos“ neutralen Graustufenschichten und dem gleichzeitigen Hören meiner stimmlichen Interpretation der jeweiligen Stimmung, seine ureigenen dazu entstehenden Schwingungen wahrnimmt und in den Grautönen (in ihrer Lichtbrechung unterstützt durch die Folienschichten) die sich für ihn daraus visualisierenden Farbtöne „erlebt“.

 

Ich möchte in diesem Prozess die von mir quasi audiovisuell vorproduzierte Basis einer „klang.schwingung“ in stillschweigender Kollaboration mit dem Betrachter zu seiner individuellen und auch von äußeren Einflüssen mitbestimmten „klang.farbe“ umwandeln.

 

geräusch konserviert 1 | Barbara Rapp     geräusch konserviert 2 | Barbara Rapp

 

geräusch konserviert 3 | Barbara Rapp     geräusch konserviert 4 | Barbara Rapp

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