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der kunstbund (x) präsentierte
bibliothek der gemeinde velden .
seecorso 2 . 9220 velden am
wörther see
vernissage am 21. juli 2006 um 19:30
uhr
ausstellung bis 18. august 2006
tradition und die zeitgemäße
auslegung von mythen und legenden schließen einander keineswegs
aus. so gelingt dieser spagat auch ohne pseudoskandalöse
aktionen und regt den betrachter auf überraschende weise zum
hinterfragen
seiner bisherigen perspektive an.
die legende vom see – eine zeitlose thematik - interpretiert und
realisiert mittels unterschiedlichster ausdrucksformen wie
malerei, text, fotografie
sowie objekten aus glas, licht und
schmuck.
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unter die spiegelnde oberfläche blicken
teilnehmende künstler:
MARCEL AMBRUSCH | JAN BÜRLI | IRENE
HIEBL | WALTER KREUZ
BRUNI LIPNIG | BARBARA RAPP | MONIKA
SCHLÖSINGER | WALTER TESCHL
kunstbund (x)
kärntner
künstler tauschen sich aus
und versetzen die verschiedenen ausstellungsorte und deren
besucher in bewegung
velden
völkermarkt wolfsberg friesach
arbeit zum thema von barbara rapp:
die überspannte existenz in der
extase und der verlust derselben
collage acrylmischtechnik /
dreiteilig / je 60x80 cm / gerahmt

DER WÖRTHERSEE - die Sage
Der Wörthersee, der sich von Loretto bis Velden dehnt, ist trotz
seiner Schönheit ein unheimlicher Geselle, der alljährlich seine
Opfer fordert. Und wenn die Fischer an stillen Sommerabenden an
der Schwarzen Wand vorüberfahren, kann es geschehen, daß sie ein
Klingen und Läuten vernehmen, das aus der Tiefe des Sees zu
kommen scheint.
Wirklich erzählt eine alte Sage von einer Stadt mit prächtigen
Häusern, die vor vielen hundert Jahren da gestanden haben soll,
wo heute der Wörthersee liegt. Aber ihre Bewohner waren durch
ihren Reichtum übermütig und üppig geworden. So kam es, daß sie
sich einst am Vorabend des Osterfestes zu Tanz und Gelage
versammelten. Schon zeigte Glockengeläute die späte Stunde an,
doch niemand kümmerte sich darum. Da öffnete sich die Türe des
Festsaales und herein schritt ein kleines eisgraues Männchen und
blickte verwundert auf die lärmende Gesellschaft. Grollend erhob
es seine Stimme: "O, ihr Schwelger, wißt ihr nicht, welche Feier
wir morgen begehen? Kehret heim, ehe die Stunde der Buße
verrinnt und die Strafe euch erreicht!" Aber nur höhnisches
Lachen antwortete ihm, und nur noch wilder wirbelten die Paare
im Tanz. Wenige Minuten vor Mitternacht betrat der Alte zum
zweitenmal den Saal, aus dem das wüste Geschrei der Trunkenen
tönte. In seinem Arm hielt er ein Fäßchen. Noch einmal mahnte er
zu Umkehr und Buße: "Sonst öffne ich den Hahn des Fäßchens, und
Tod und Verderben kommt über euch!". Wieder antwortet ihm nur
rohes Gelächter. Da schlägt es Mitternacht, alle Lichter
erlöschen, die Mauern erzittern, Regen stürzt hernieder und ein
furchtbares Gewitter bricht los. Mit offenem Hahn liegt das
Fäßchen des verschwundenen Warners, endlose Fluten entströmen
ihm. Sie dringen in alle Räume und strömen fort, bis sie die
ganze Stadt und die ganze Gegend übers schwemmt und ihre
frevelnden Bewohner ertränkt haben. So entstand der Wörthersee.
Städte, Kirchen und Dörfer liegen in seiner unergründlichen
Tiefe begraben, riesige Fische und Wasserschlangen hausen in den
alten Palästen.
Franz Pehr, Kärntner Sagen. Klagenfurt 1913, 5.
Auflage, Klagenfurt 1960, Nr. 8, S. 22 |