ausstellung
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G E M M A K U N S T S C H A U N
malerei design skulptur film video konzeptkunst installation klangkunst diskurs photographie

ein projekt von netzwerkkunst villach


an die zweihundert künstlerinnen und künstler
stellten in über vierzig räumen, orten und locations in der villacher innenstadt aus

vom 18. mai bis 10. juni 2006

eröffnung am donnerstag, den 18. mai 2006 um 19 uhr
im KUNSTHAUSSUDHAUS villach

öffnungszeiten:
MI DO FR von 15 bis 18:30 uhr
SA von 10 bis 13 uhr
25. mai 2006 geschlossen

bildergalerie und programm:

www.gemmakunstschaun.at
 


barbara rapp - krümmt er sich hoffnungslosbarbara rapp - loslassen, was liebe hervorgebracht
BARBARA RAPP

präsentierte aktuelle arbeiten ebenfalls im

KUNSTHAUSSUDHAUS

 

 


 

martin dueller "führte" die zahlreichen interessierten besucher durch die ausstellung ... durch die stadt ...


„WIE MAN DEN TOTEN ERKLÄRT, DASS ES KEINE BILDER GIBT“

Das ist alles ganz falsch angelaufen, alles falsch angekündigt, das hier ist keine Führung, hier wird keine Führung gemacht, ich bin schließlich kein Führer, wer einen solchen braucht möge sich bitte an andere Stellen wenden, ich bin es nicht. Wenn Sie wollen, können Sie mir folgen, sollten mir jedoch nicht vertrauen, weil ein solches vergebens ist. Ich verstehe genauso wenig oder viel wie sie, wahrscheinlich verstehe ich gar nichts und das auch noch falsch. Ich übernehme also keine Verantwortung, vielleicht verlieren wir uns auch irgendwo, idealerweise kommen wir aber an. Dann aber noch die Frage, wo.
Erwarten Sie bitte nichts von der Kunst, das ist so wie mit dem Vertrauen, auch die Erwartung wird stets enttäuscht. Also geben Sie sich keiner Täuschung hin ...
In Wirklichkeit ist nicht das, was an den Wänden hängt Kunst, sondern Sie sind es. Jeder einzelne von Ihnen ist Kunst, auch wenn Sie es nicht glauben. Im Grunde müssten also Sie an der Wand hängen und die Bilder müssten vor Ihnen stehen und Sie betrachten. Nicht Sie überprüfen die Bilder, sondern die Bilder überprüfen Sie. Lassen Sie sich aber nicht einschüchtern. Wahrscheinlich werden wir nirgends auf Bilder treffen, die wurden nämlich abgeschafft. Alles, was Sie sehen ist nicht echt, das sind keine Bilder, das sind keine Installationen, das sind Surrogate. Denken Sie daran, denn Sie sind echt. Also Sie sind überlegen. Sie müssen also auch keine Angst vor den Bildern haben, vor den Bildern, die vorgeben Bilder zu sein, im Grunde aber nicht sind.

Vielleicht habe ich gelogen, wahrscheinlich war es Absicht. Sie sehen und hören: Sie sollten mir nicht vertrauen, zumindest nicht immer. Oft liege ich falsch, auch wenn ich richtig sein will, kommt immer das Falsche dabei heraus. Aber damit habe ich kein Problem, seltsamerweise kann ich dazu stehen, dass ich falsch liege, dass ich gar nicht weiß, was richtig und falsch ist, weil man nicht glauben soll, dass irgendetwas richtig oder falsch sein kann. Nichts kann richtig sein, weil alles falsch sein kann. Vielleicht hat von Ihnen jemand tatsächlich gedacht, dass die Bilder abgeschafft wurden und nachdem jetzt alle wissen, dass dies nur eine Lüge war, kann ich Ihnen ja sagen, … dass es doch gestimmt hat.

Denken Sie daran, dass nicht Sie die Bilder überprüfen, sondern dass die Bildern Sie überprüfen. Sobald Sie hier eintreten, werden Sie überprüft und – achten Sie darauf – Sie werden sich gegenseitig überprüfen. Sieht der dort die Bilder richtig an? Interessiert sich diese Dame tatsächlich für dieses hässliche Bild? Sie werden also erfahren, dass manche Bilder Sie abstoßen, weil die Bilder nach der Überprüfung entschieden haben, Sie abzustoßen. Das ist kein Problem, nicht traurig sein, dafür wird diese Dame hier von den Bildern in der nächsten Ausstellung total angewidert sein. Dann wird sie abgestoßen werden, so werden wir alle mal abgestoßen. Oft werden wir aber auch einfach angezogen, lassen Sie sich anziehen. Ich bin der Meinung, man sollte immer näher treten, immer ganz nah ans Bild heran, sodass man die Bilder schon fast berührt. Und hier wiederum: Idealerweise sollten die Bilder Sie berühren und nicht umgekehrt. Sie brauchen die Bilder nicht zu berühren ...