Ein Lokalaugenschein der
KÄRNTNERiN
von Mag. Helga Steiner.
Radikal, aufmüpfig und tief
weiblich
Barbara Rapp zeigt ihre Arbeiten zum
Thema „Frau“ in der Galerie Rimmer in Velden am
Wörthersee.
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Bild+Text Mag. Helga Steiner für DIE KÄRNTNERiN

Brüste mit tief roten, spitzen
Brustwarzen, ein Frauenkopf auf einem Schachbrett, ein
Mann mit Krone, der sich am Schachbrett festhält, die
Frau, die selbstbewusst mit ihrem Stiefel den König
beiseite schiebt und ihre weiblichen Reize preisgibt… –
„Heute ist die Krone fällig“ nennt Barbara Rapp ihre
Ausstellung, die noch bis 15. Jänner 2010 in der Galerie
Rimmer am Gemonaplatz in Velden zu sehen ist und auf
subtile Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau Bezug
nimmt.
Weibliche Themen
Die Malerin nimmt in ihren Collagen,
Mischtechniken und Grafiken, die vorwiegend in
Rot-Schwarz gehalten sind, weibliche Themen teils
schockierend, teils humorvoll unter die Lupe. „Ich
möchte bewusst weg von der weiblichen Opferrolle und
zeige Frauen selbstverantwortlich, aktiv, erotisch und
stark.“ Das liebliche Frauenbild ist laut Rapp lange
passé, auch mit der Frau, die Opfer von
gesellschaftlichen Strukturen wird, kann sich Rapp nicht
identifizieren. Sie zeigt Frauen mit langgezogenen
Wimpern und frivol geöffnetem Mund, manche lachen, sind
verzückt, andere haben einen nachdenklichen, entrückten,
manchmal auch traurigen Ausdruck. Rapp liebt es, ihre
Frauen radikal zu überzeichnen, sie mit
überdimensionalen breiten, roten Lippen auszustatten und
reduziert sie auf exzessive Körper mit bombastischen
Brüsten. So gelingt es ihr, den Betrachter in einer
hemmungslosen Bildsprache anzusprechen und das
Zusammenleben von Mann und Frau zu thematisieren.
Vortasten bis ans Äußerste
Rapp, die in Velden lebt und
arbeitet, wuchs als Älteste von fünf Kindern auf einem
Bauernhof auf, lernte früh selbständig zu sein, setzte
sich Ziele und verwirklichte diese. Nach einer schweren
Erkrankung, die sie gut meisterte, lernte die Mutter von
Manuel (17) und Lea-Céline (1 ½) ihre eigenen Werte zu
schätzen und setzte sich noch intensiver mit ihrer Kunst
auseinander. Mit ihren Collagen und grafischen Arbeiten
tastet sie sich schrittweise bis ans Äußerste vor. Sie
skizziert mit wenigen Strichen mutig, selbstbewusst, oft
auch kritisch, Szenen aus dem Frauenalltag, scheut sich
nicht, politische Themen mit einer Portion Ironie
aufzugreifen und lässt tief weibliche Akzente spielen.
Rapp ist eine aufmüpfige Powerfrau, die Männern ihre
Krone abnimmt, um sie sich lächelnd selbst aufzusetzen
und sie hernach in der Garderobe abzulegen. Männern wie
auch unserem Zeitgeist begegnet sie aufmüpfig,
provokant, manchmal auch nachdenklich; dann schimmert
unter den frechen, expressiven Bildern auch ein wenig
Verletzlichkeit durch.
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