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Forscherin des Weiblichen -
Barbara Rapp (36) hat mit Maria Lassnig und Frida Kahlo große
Vorbilder, denen sie als Autodidaktin gerecht zu werden
versucht.
Eigentlich hat Barbara Rapp einen ganz alltäglichen
Brotberuf (Bürolehre) erlernt, eine künstlerische Ausbildung
wäre der Familie (Nebenerwerbsbauern, fünf Kinder) zu teuer
gekommen. Also hat sie sich autodidaktisch gebildet. „Die
künstlerische Ader habe ich laut meinen Eltern von einem Onkel
väterlicherseits geerbt, der hervorragende Porträts,
Landschaften und Stilleben gezeichnet haben soll“, erzählt die
36-Jährige. Die Werke des früh Verstorbenen sind
bedauerlicherweise verschollen.
Rapps Arbeiten, die sie oft durch Lyrik ergänzt, haben in erster
Linie das Thema Frau zum Inhalt. „Viele Frauen tun sich schwer,
zu ihrer Weiblichkeit zu stehen, fühlen sich in ihrem Körper
nicht daheim.“ Ihre Bilder sind aber weniger autobiografisch,
als der Betrachter denken mag. „Kurze Passagen aus meinem Leben
verarbeite ich schon, aber hauptsächlich nährt sich meine
Inspiration von Beobachtungen, speziell aus dem von Medien
transportierten Frauenbild“, erklärt die Künstlerin, die nach
einer abstrakten Phase mittlerweile zum Figurativen
zurückgekehrt ist.
Sie selbst will sich nicht einer bestimmten Kunstrichtung
zuordnen, doch wenn es von außen passiert, stört es sie nicht:
„Am Kunstmarkt wird man oft in eine Schublade gesteckt. Meine
Arbeit beeinflusst es nicht.“ Vorbilder der in Velden lebenden
Rapp sind Maria Lassnig, wenn es ums „Einlassen aufs
Körperliche“ geht, und Frida Kahlo wegen ihrer „intensiven
Beschäftigung mit ihrem Schicksal“.
In Kärnten sei es eher schwierig, sich zu etablieren. „Obwohl
meine abstrakten Arbeiten hier gut angekommen sind“, so Rapp. In
Deutschland sei es leichter, Fuß zu fassen: „Es wird offener mit
jungen Künstlern umgegangen.“ Barbara Rapp, bei der es zurzeit
Schlag auf Schlag geht mit Ausstellungen und kuratierten
Messeteilnahmen (heuer u. a. Kunst am Main in Frankfurt;
Internationale Kunstmesse Salzburg), hofft, „in zwei bis drei
Jahren“ von ihrer Kunst leben zu können. „Ich bin überzeugte
Netzwerkerin, Künstler sollen sich gegenseitig unterstützen und
nicht als Konkurrenz sehen“, erklärt sie, wie sie durch
Projektbeteiligungen zu Ausstellungen in Liechtenstein, Indien
und den USA gekommen ist.
Quellenangabe:
JULIA UNEGG - KLEINE ZEITUNG KULTUR 11.12.2008
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