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gut
versteckt
augen verschweigen nicht
was lippen verboten ist
auszusprechen
atmen verrät
lebendigkeit
wegschauen
um nicht blossgestellt zu werden
wenn zitternde härchen auf der haut
gleichgültige worte lügen strafen
schweigend träumen
um der wirklichkeit zu zeigen
wie sie sein könnte
einsamer
fährt er durch die strassen
hastig
um nicht zu versäumen
was auch ohne ihn
geschieht
wandelt er in der menge
aufmerksam
jedes gesicht
das entgegenkommt
schert sich nicht
darum
kümmert es keinen regentropfen
ob er
seine
nase abwärts rinnt
oder niemandes
schreien
doch seine eingeweide
ganz laut
ich bin da
will es auch niemand
wissen
leiter
brich nicht
wenn ich dich besteige
wirf mich nicht ab
bis ich ganz oben bin
kann nicht sehen
wohin du mich führst
will nicht wissen
welche sprosse
die letzte
ist
die
augen schließen
sachte
weil das senken der lider
sonst ein universum erschüttert
erschaudern
wenn du dich spürst
aushalten
standhalten
nicht aufgeben jetzt
und die flucht
in so genannte wirklichkeiten wählen
abwarten
geschehen lassen
und dich mit dir selbst
belohnen
voneinander
bin ich der
den ihr sucht
findet ihr den
der euch braucht
rekonvaleszenz
der weg aus der schlucht
beginnt mit dem absturz
wenn das unwirkliche geheimnis
lebendig wird
lässt jeder atemzug
erschaudern
vor der erkenntnis
seiner selbst
das erkennen
verborgener unvollkommenheit
an idealen traumvorstellungen
vertreibt die furcht
vor dem entdecken
der wahren wünsche
missverständnis
ganz oben in der baumkrone zwischen den frühlingsblüten
zwitschert ein zaghaftes stimmchen
und weiß nicht so recht, ob der frische wind
seine melodie auch weiterträgt.
wird der liebliche gesang sein ziel erreichen?
aus wind wird ein brausen,
macht singen zum polternden brüllen.
weckt schlafende hunde aus wollüstigen träumen.
scheucht hungrige katzen aus ihren verstecken.
ganz oben in der baumkrone zwischen den frühlingsblüten
wartet ein zaghaftes stimmchen
vergeblich
auf antwort.
sehen
was willst denn du mir erzählen
und mich glauben machen,
es sei wahr?
was ich selbst sehe
kann nicht unbeachtet bleiben.
lass’ mir meine geöffneten augen,
verurteile nicht meine verklärten entdeckungen!
denn sie sind notwendig.
um frei zu werden
von deiner wahrheit.
und meine eigene zu finden.
wann?
wenn das ticken der uhr
musik ist in deinen ohren
wirst du gut sein
gibst du dem falschen ton in deiner sinfonie
keine chance mehr
dich um ewigkeiten zurückzuwerfen
wirst du gut sein
willst du dich selbst nicht missen
um denen
die dich brauchen
zu geben
wirst du gut sein
wenn du weißt
dass du es
bist
wirst du gut sein
hier und
nicht dort
erzähle von den schönsten blumen
die auf fremden feldern wachsen
sehen will ich sie nicht
lass mich den glanz in deinen augen entdecken
wenn du von jenen reisen kommst
die dir alle wunder zeigen
welche hier niemals für dich geschehen
hören mag ich nichts davon
bring mir nur ein sandkorn mit
von den weissen stränden
an denen du gelaufen bist
doch führe mich niemals dorthin
so reicht
der duft eines jungen gänseblümchens
das du im garten pflückst
und hinter mein ohr steckst
um zu lächeln
und unsagbar glücklich zu sein
heimkehr?
komm nicht zurück
ehe deine augen
alles
gesehen haben
wenn ich dich jetzt fortschicke
konntest du dann
verborgene schätze finden
dich nach den hellsten sternen strecken
und deine grandiosen träume leben
wirst du sehnsucht spüren
nach der zarten berührung
jener einst vertrauten
wirklichkeit
gestalt
annehmen
sieh hin
und verschließe nicht die augen
sage niemals
nichts davon zu wissen
wenn ihre blicke
dir schmerz zufügen
musst du nicht mitleid haben
mit dir
ein einziger versuch des verstehens
wird dich heilen
einmal den tropfen der hingabe gekostet
nie wieder sehnsucht
nach edlen werten
gebraucht
deine welt
wirst du nicht mehr kennen
bemerkte dich kaum
unter den leuten der großen taten
jetzt
sehe ich
dich
wo ist die
mutter?
deine augen sind mir böse
sie nennen mich versager
wo du doch meine stärke und liebe brauchst
zwischen matchbox-autos und
videokassetten
könntest du kind sein und fröhlich lachen
dich fallenlassen in das wohlige bad
aus daheim und aus sicherer wärme
doch deine unschuldigen augen
schauen mich an
lassen mich hilflos und schmerzend spüren
dass du viel mehr weißt
als dir dein noch kleines gehirn
zu verstehen erlaubt
du rächst dich gewaltig
und weißt nichts davon
deine bösartigkeit weckt mich auf
reißt das schleißig löchrige tuch
meines mantels außeinander
und offenbart dir ein erkranktes ich
wie du es nie und nimmer haben wolltest
kein
leitfaden
die schnürsenkel sind gerissen
produktionsfehler
ein unmotivierter hilfsarbeiter am werk
trotzdem scheint draußen die sonne
aber nur
weil heute ein werktag ist
mir geht es gut
sagt mein buch mit den weisen worten
das lächeln in ihrem gesicht ist nicht echt
zuviel grimasse rundherum
was denkt eine maske wie sie
der brief eines freundes schreibt vieles
und nichts
aber mir geht es gut
sagt mein buch mit den weisen worten
die alte brücke am fluss ist gebrochen
das andere ufer bleibt unerreicht
dort drüben sind die
mit den weisen worten
sie kennen keine schnürsenkel
regen macht ihnen nichts aus
grimassen bieten schutz vor mut zur verletzlichkeit
ich lege mein buch zur seite
höre auf das
was auch wirklich ist
und plötzlich macht es spaß
mit offenen schuhen herumzulaufen
den regen in die nasenlöcher rinnen zu lassen
verschlossene menschen weinen zu sehen
um ihnen herzliches lachen zu entlocken
plötzlich ist es egal
wenn ich durch das kalte wasser schwimmen muss
um ans andere ufer zu gelangen
klitschnass vor sie hinzutreten
und mein haar so zu schütteln
dass große tropfen auf ihre sauberen gewänder spritzen
weil ich weiß
dass dann die mit den weisen worten
auch meine verstehen
und ich die ihren |