lyrik/prosa
übersicht

 

weil meine waffe die liebe ist

     erlaubnis

verkrampfte finger
krallen sich fest in meiner weichheit,
fragen.

greif zu und nimm!

was soll das süße in deinen augen?
verdammt -
jetzt will ich es nicht!

lass deinen körper schreien!
mich anbrüllen!

dass ich befürchten muss,
aufgeschlitzt zu werden;
dass ich zitternd darauf warte,
aufgeschlitzt zu werden.

greif zu und nimm!

 


    
abstrakte liebe

wenn dir mein streicheln
nichts von hass verrät
wird er wohl nie
geboren sein

was bleibt?

solltest du dich fürchten
zieh deine kleider wieder an!
auch wenn du längst
ein anderer bist

 

 

     facetten

 

jeder bewusste gedanke

an dich

wird von tausend heimlichen

betrogen

 

und doch

ist keiner davon

genug

 

 

     perfekte fassade

wenn sie den gleichen fremden mund küsst
jeden morgen,
fühlt sie seine lippen nicht.

wenn sie auf ihn wartet
wie er glaubt,
ist sie längst
nicht mehr wirklich da.

sein bild ist nicht in ihrem herzen.
weil es aufhören musste
bilder zu formen,
um jeden morgen
einen fremden mund
küssen zu können.
 

 

     frühling


klebrig süße verführung zum experimentieren
auch wenn das resultat nur schmerz sein wird


wie zartbittere schokolade zergeht sie auf der zunge
sie wollen doch alle nur ordinäres ausleben der triebe


zu gerne will ich die herrlichen gefühle wieder erwachen lassen
um der nächsten enttäuschung nahrung zu geben


wieder ganz tief spüren wie ich gewollt werde
trotz wissens dass es bald vorbei sein muss


so wie es immer war
für mich

 

 

     glück


sie sagen
dass es schön sein wird
sie sagen
dass ich alles glück der welt verdiene
und es nur darauf wartet
zu mir kommen zu dürfen


lass gut sein und bemüh dich nicht
bleib weg und komm zu jenen
die dich mir nicht wirklich gönnen
und lass sie zerbersten an deinem übermaß

 

 

     an die liebe

du gibst zu großzügig
mir
lässt ihm
aber viel zu wenig
von dir

warum?

kannst du nur existieren
wenn du menschenherzen zerstörst?

 

 

     geschichte

seinen verdorbenen geruch inhaliert
ohnmächtig geträumt
sein fleisch neben meinem gespürt

dem hass auf verbotene hoffnung
nicht restlos erlegen

andere farben seiner augen entdeckt
stolz
unseren worten von freundschaft gelauscht
vertraut

in warmen lichtern gebadet
welche nur von spiegeln meiner sehnsucht
nach akzeptanz
geworfen

viel zu lange nichts gemerkt

spiegel brechen
wenn verlogene wirklichkeit explodiert
und splitter schneiden tief

angst
vor seinem erbärmlich bittenden kriechen
angst
vor der klarheit über sein versagen
als wenn es meines gewesen wär

zu schwach
um nicht zu verzeihen

 

 

     stärker als ich?

deine nahrung ist mein herz
du greifst es dir
und saugst es aus
bis auf den letzten tropfen blut

dein amusement ist mein leid
du versüßest dir die zeit
mit bitterbösem grinsen
beim anblick
des schmerzes in mir

deine stärke ist jene
die du mir entziehst
denn selbst bist du nichts
brauchst meine kraft

diesen kampf wirst du dennoch
verlieren

weil meine waffe
die liebe ist